27.03.2019

Darauf haben Familien gewartet

Es kommt wieder Schwung in die kirchliche Arbeit mit Kindern. Ein neues, ökumenisches Projekt startet. Weil Eltern dabei mitwirken, lassen sich viele Kinder für das Programm begeistern.

Von Hildegard Bickel
aktualisiert am 03.11.2022
Hildegard BickelDie Liste der angemeldeten Kinder füllt fast zwei Seiten. Diakon Armin Elser verteilt sie an das Vorbereitungsteam und erntet erfreute Ausrufe: «Super!», «Fast 50 Kinder sind dabei!» Bei einem neuen Projekt ist es jeweils schwierig abzuschätzen, wie es ankommt. Doch die evangelische und katholische Kirchgemeinde haben ein Bedürfnis getroffen. Nachdem Sonntagsschule und Sonntagsfeier ersatzlos versandeten, war das Angebot für Kinder im Primarschulalter ziemlich ausgetrocknet.Letztes Jahr am Rhema-Stand der Kirchgemeinde führte dies zu Gesprächen. Seitens beider Konfessionen, sagt Renato Tolfo. «Vielen war es ein Anliegen, dass es wieder ein Angebot geben soll.» Klar war zudem, dass es ökumenisch sein muss. «Es geht nicht mehr anders», sagt der evangelische Pfarrer von Rebstein. Innerhalb von Familien ist oft je ein Elternteil katholisch, das andere evangelisch. Durch persönliche Kontaktaufnahmen und den Willen, etwas Neues aufbauen zu wollen, entstand das Projekt «Kinderstadt».Glaube mit Spiel und Spass erlebenUnter dem Motto: «Wer zuletzt lacht, lacht am besten» verbringen Kinder von der 1. bis zur 6. Klasse am Samstag, 30. März, einen gemeinsamen Tag. In vier Ateliers rund um das evangelische Kirchgemeindehaus Rebstein basteln sie, bedrucken T-Shirts, hören die biblische Geschichte von Abraham und Sara und machen Spiele und Rätsel.«Kirche bedeutet vor allen Dingen Gemeinschaft», sagt Marbachs Pfarrerin Andrea Hofacker. Glaube zu vermitteln bestehe nicht nur aus kindgerecht erzählten Geschichten. Auch mit den Händen kreativ zu sein und etwas zu erschaffen, diene der Verkündigung.Etwas schwierig gestaltete sich die Suche nach einem passenden Datum. Wann haben Familien überhaupt Zeit, ihre Kinder an einem kirchlichen Angebot teilnehmen zu lassen? Die Sonntage seien oft besetzt, ein regelmässiges Treffen sei nicht ideal, weil die Kinder oft verplant sind mit Vereinen und Freizeitveranstaltungen.Entscheidend sei auch die Gruppendynamik bei Kindern. «Wir können ein noch so cooles Programm auf die Beine stellen, wenn das Gspänli nicht mitkommt, kommen auch grundsätzlich interessierte Kinder nicht», sagt Diakon Armin Elser.Mütter und Studentin ins Team eingebundenDeshalb ist es von grossem Vorteil, dass Mütter im Helferteam dabei sind. «Durch unsere Kinder kennen wir viele Gleichaltrige. Somit sind wir mit anderen Familien verbunden und konnten sie ansprechen, ob sie auch an der Kinderstadt teilnehmen möchten», sagt Bettina Heeb.Nathalie Dal Molin ist überzeugt, dass die Kinder viele positive Eindrücke von diesem Erlebnistag mit nach Hause nehmen werden. Auch Malin Wiget anerbot sich, im Vorbereitungsteam zu helfen. Sie ist Studentin an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen und besuchte früher regelmässig die Sonntagsschule in Rebstein. «Ich finde es schade, dass es dieses Angebot nicht mehr gibt. Selber habe ich viele schöne Erinnerung an jene Zeit.» Darum ist es ihr wichtig, das Projekt der Kinderstadt umzusetzen.Zum Abschluss des Tages werden alle Eltern der teilnehmenden Kinder zu Kaffee und Kuchen eingeladen. «Wir wollen die Mütter und Väter miteinbeziehen. Sie sollen uns als Team kennenlernen, sehen, wie die Kinder lachen und Freude haben», sagt Armin Elser. «Was daraus entsteht, müssen wir auf uns zukommen lassen. Vielleicht ist es auch ein Ansporn, dass sich weitere Eltern engagieren möchten.»Nach dem Startanlass am 30. März bespricht das Team, in welchem Turnus solch ein Angebot weitergeführt werden kann. Andrea Hofacker würde es begrüssen, wenn zweimal im Jahr ein Anlass stattfindet.«Wenn man das einmal gemacht hat und den Ablauf kennt, spielt sich das von selber ein», sagt sie. «Und falls es den Kindern Spass bereitet hat, kommen sie das nächste Mal wieder. Vielleicht bringen sie sogar noch jemanden mit.»

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